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Ursula Haubner (*1945)

Bundesparteiobfrau der FPÖ von 2004 bis 2005

Bundesrätin von 1994 bis 1996

Bundesministerin für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz von 2005 bis 2007

Landesrätin in der Oberösterreichischen Landesregierung von 1997 bis 2003

 

Ursula Haubner war von 2004 bis 2005 Bundesparteiobfrau der FPÖ und damit die zweite Frau an der Spitze der Freiheitlichen. Haubner machte sich vor allem mit Sozial- und Familienpolitik auf Landes- sowie Bundesebene einen Namen, und war von 2003 bis 2005 Staatssekretärin im Sozialministerium sowie von 2005 bis 2007 Bundesministerin für Soziales. Außerdem war sie langjährige Bundes- und Landessprecherin der „initiative Freiheitliche Frauen“.

Kurzbiografie

Ursula Haubner, geborene Haider, kam am 22. Dezember 1945 in Bad Goisern in Oberösterreich als Tochter eines Schuhmachers und einer Lehrerin zur Welt. Sie ist die Schwester des 2008 verstorbenen ehemaligen FPÖ-Obmanns Jörg Haider. Nach dem Besuch der Hauptschule in Bad Goisern absolvierte sie von 1959 bis 1963 die Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe im oberösterreichischen Bad Ischl. Nach der Matura besuchte sie von 1963 bis 1965 die Berufspädagogische Akademie in Innsbruck und war im Anschluss als ausgebildete Hauswirtschaftslehrerin tätig. Sie unterrichtete beispielsweise an beruflichen, mittleren und höheren Schulen in Bad Ischl, Linz und Steyr. Unter anderem war Haubner auch Fachvorständin für den fachpraktischen Unterricht an der HBLA in Steyr.

Ursula Haubner begann ihre politische Karriere auf kommunaler Ebene – damals für die FPÖ – in ihrer Heimatgemeinde Bad Hall im oberösterreichischen Bezirk Steyr-Land, wobei sie 1991 Mitglied des Gemeindevorstandes und Stadträtin der Stadtgemeinde Bad Hall wurde. Dieses Amt hatte sie bis in das Jahr 2003 inne. Zusätzlich war Haubner auch Bezirksparteiobfrau der FPÖ Steyr-Land von 1998 bis 2005 und Ortsparteiobfrau der FPÖ Bad Hall von 1989 bis 1995. Von 1994 bis 1996 gehörte sie dem Bundesrat im österreichischen Parlament an. Im Jahr 1996 zog sie schließlich als freiheitliche Abgeordnete in den Landtag des Bundeslandes Oberösterreich ein und wirkte dort bis 1997. Im November 1997 wurde sie Mitglied der oberösterreichischen Landesregierung und war als Landesrätin für Umwelt, Frauen und Konsumentenschutz zuständig. Diese Funktion übte sie bis 2003 aus.

Zu Beginn des Jahres 2003 kam es zu einer Neuauflage der schwarz-blauen Koalition unter ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Daraufhin wechselte Ursula Haubner von der Landes- in die Bundespolitik und wurde im Februar 2003 Staatssekretärin im Sozialministerium im Rahmen des Kabinetts Schüssel II. In dieser Rolle war sie im Sozialministerium für Familie, Jugend und Senioren sowie für Konsumentenschutz zuständig. Im Jänner 2005 folgte sie außerdem Herbert Haupt als Bundesministerin für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz nach. Ursula Haubner konnte sich in der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung als freiheitliche Sozialpolitikerin etablieren – schon zuvor hatte sie als eine der Wegbereiterinnen des, unter der FPÖ-ÖVP-Koalition eingeführten, Kindergelds gegolten. Auch beim Elternrecht auf Teilzeit tat sie sich als freiheitliche Chefverhandlerin hervor. Ursula Haubner war zudem auch in der Frauenpolitik engagiert. Sie trat etwa für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Ihr Hauptanliegen in dieser Beziehung war es auch, Mädchen jene Branchen näherzubringen, in denen der Verdienst höher ist. Politische Beobachter bescheinigten ihr in dieser Zeit sowohl Zähigkeit als auch Durchhaltevermögen sowie die Fähigkeit, eine patente und versierte Sozialpolitikerin zu sein.

Von 2004 bis 2005 stand Ursula Haubner zusätzlich an der Spitze der FPÖ, die seit der Wahlniederlage bei der Nationalratswahl 2002 von etlichen Turbulenzen geplagt war. Nach weiteren innerparteilichen Unruhen anlässlich der Wahl zum Europäischen Parlament im Frühjahr 2004 trat Sozialminister Herbert Haupt als Parteichef zurück und Ursula Haubner wurde im Juli 2004 zur Bundesparteiobfrau der FPÖ gekürt. Darüber hinaus war Haubner schon im Oktober 2003 zur geschäftsführenden Parteiobfrau ernannt worden. Nach weiteren politischen Rückschlägen für die FPÖ eskalierte jedoch der Konflikt zwischen der Parteispitze und dem nationalen Flügel.

Am 4. April 2005 legte Ursula Haubner ihre Funktion als Bundesparteiobfrau der FPÖ zurück, trat aus der Partei aus und gründete mit weiteren freiheitlichen Mitgliedern der Bundesregierung sowie mit ihrem Bruder Jörg Haider das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Ursula Haubner blieb jedoch als Sozialministerin bis Jänner 2007 im Amt und zog nach der Nationalratswahl im Oktober 2006 für das BZÖ in den Nationalrat ein.

Wesentliche politische Funktionen

1991–2003Mitglied des Stadtrates von Bad Hall
1994–1996Mitglied des Bundesrates
1995–2003

Bundesobfrau der "initiative Freiheitliche Frauen"

1996–1997Abgeordnete im oberösterreichischen Landtag
1997–2003Oberösterreichische Landesrätin
Seit 2003Mitglied des Gemeinderates von Bad Hall
2003–2004Geschäftsführende Bundesparteiobfrau der FPÖ
2003–2005Staatssekretärin im Sozialministerium
2004–2005Bundesparteiobfrau der FPÖ
2005–2007Bundesministerin für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz
2006–2013Abgeordnete zum Nationalrat 
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