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Mag. Dr. Emil van Tongel

Mitbegründer der FPÖ 1955/56

Mitglied des Landesparteivorstandes der FPÖ Wien

Abgeordneter zum Nationalrat 1959–1970

Klubobmann der FPÖ-Nationalratsfraktion 1964–1970

 

Kurzbiographie

Emil van Tongel wurde am 7.10.1902 in Leitmeritz an der Elbe (Sudetenland, heute Tschechien) geboren. Seine Familie übersiedelte 1910 nach Wien, wo er nach der Volksschule ein humanistisches Gymnasium besuchte, 1920 maturierte und 2 Studien erfolgreich absolvierte: Das Studium der Rechte an der Universität Wien (Dr. iur. 1926) und das Studium der Pharmazie (Mag. pharm. 1928). Danach wurde er Apotheker und übernahm 1952 die Apotheke seines Vaters. Diesen Beruf übte er mit der Unterbrechung des Berufsverbots in den Nachkriegsjahren bis zu seinem Tod aus.

Politisch war er in der Ersten Republik Obmann des Wiener Landesverbands der Großdeutschen Volkspartei (1929-1932). Im Krieg arbeitete er in einer Propagandakompanie und geriet danach 2 Jahre lang in britische Kriegsgefangenschaft.

1955 war er neben Anton Reinthaller, Friedrich Peter und Fritz Butschek Mitbegründer der „Freiheitspartei“ und 1955/56 Mitbegründer der FPÖ, wobei er als organisatorische rechte Hand von Anton Reinthaller galt. Beim Gründungsparteitag der FPÖ im Hotel „Weißer Hahn“ in der Wiener Josefstadt wurde er in den Bundesparteivorstand gewählt. Er wurde außerdem erster Bundesfinanzreferent, sowie Presse- und Propagandareferent und galt damit als eine der führenden Persönlichkeiten der Gründungsphase der FPÖ. Er richtete die Bundesgeschäftsstelle in der Kärntnerstraße 28, 1010 Wien, ein und arbeitet selbst oft im Hinterzimmer seiner Apotheke, der „Schutzengel-Apotheke“ in der Favoritenstraße 11 im 4. Wiener Gemeindebezirk. Van Tongel agierte seit 1956 auch als Geschäftsführer des Verlags des Parteiorgans „Neue Front“ und er war Mitglied des Landesparteivorstandes der FPÖ Wien.

1959 bis 1970 war Emil van Tongel Abgeordneter zum Nationalrat (IX.–XI. GP) und galt als Experte für Verfassung und Geschäftsordnung des Nationalrates. 1964 wurde er    Klubobmann der FPÖ-Nationalratsfraktion, was er bis zu seinem Ausscheiden aus der Politik im Jahr 1970 blieb. Während seiner Tätigkeit als Nationalrat war van Tongel Mitglied in zahlreichen Ausschüssen und Untersuchungsausschüssen, unter anderem im Verfassungsausschuss (ab 1959), im Geschäftsordnungsausschuss (1962), im Handelsausschuss (ab 1962), im Hauptausschuss (ab 1963), im Ausschuss zur Vorberatung des Volksbegehrens zur Erlassung eines Bundesgesetzes über die Aufgaben und die Einrichtung der "Österreichischer Rundfunk, Gesellschaft m.b.H.“ (ab 1964), im Außenpolitischen Ausschuss (ab 1966, Obmann-Stellvertreter), etc.

Bereits 1963 forderte er eine dem skandinavischen Ombudsmann vergleichbare Einrichtung in Österreich; diese Volksanwaltschaft wurde erst 1977 eingeführt.

1970 zog sich Emil van Tongel aus Altersgründen aus der aktiven Politik zurück.

Er war auch Vizepräsident des Österreichischen Schwarzen Kreuzes (ÖSK), ein Wiener Verein, der die Errichtung, Pflege und Erhaltung von Grabstätten gefallener Soldaten, ziviler Kriegsopfer sowie Flüchtlingen und politisch Verfolgter aller Nationalitäten zum Ziel hat.

Dr. Emil van Tongel starb am 22.05.1981 in Wien und ist am Wiener Zentralfriedhof bestattet.

 

Wesentliche politische Funktionen

1929–1932      Obmann des Wiener Landesverbands der Großdeutschen Volkspartei

1955                Mitbegründer der Freiheitspartei (Geschäftsführer)

1956                Mitbegründer der FPÖ

1956–1970      Mitglied des Bundesparteivorstandes; Presse- und Propagandareferent, Mitglied des Landesparteivorstandes der FPÖ Wien

1956–1965      Bundesreferent für Finanzen

1959–1970      Abgeordneter zum Nationalrat

1964–1970      Klubobmann der FPÖ

 

Weblinks

https://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_01386/index.shtml 

https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_van_Tongel 

Pieringer Kurt: Die Geschichte der Freiheitlichen, Verlag ORAC, Wien 1982 (bes. S. 27f und S. 44f)

Neue Freie Zeitung (HG): Meilensteine des Aufstiegs. 36 Jahre Freiheitliche Partei Österreichs. Neue Freie Zeitung, Wien 1991

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