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Univ.-Doz. Dr. Friedhelm Frischenschlager (*1943)

Obmann des Klubs der Freiheitlichen Partei Österreichs 1986

Abgeordneter zum Nationalrat von 1977 bis 1983 und 1986 bis 1996 (FPÖ und Liberales Forum)

Bundesminister für Landesverteidigung von 1983 bis 1986

Landesparteiobmann der FPÖ Salzburg von 1985 bis 1987

 

Der Salzburger FPÖ-Politiker, der ab dem Jahr 1977 auch dem Nationalrat angehörte, war Mitbegründer des „Atterseekreises“ und prägte in dieser Funktion vor allem die Programmatik der FPÖ in den 1970er und frühen 1980er Jahren maßgeblich mit. In der SPÖ-FPÖ-Koalition unter Kreisky-Steger war er Verteidigungsminister.

 

Kurzbiografie

Friedhelm Frischenschlager wurde am 6. Oktober 1943 in Salzburg geboren. Sein Vater war Universitätsprofessor am Salzburger Mozarteum. Seine Mutter stammte aus einer norddeutschen Kaufmannsfamilie und arbeitete unter anderem als Klavierlehrerin. Nach der Volksschule besuchte Friedhelm Frischenschlager von 1953 bis 1962 das Akademische Gymnasium in Salzburg. Nach der Matura in der Mozartstadt absolvierte er den Präsenzdienst und begann im Jahr 1963 ein Studium der Rechte an der Universität Wien. Nach seiner Promotion 1969 verblieb Frischenschlager an der Universität. Er war zunächst Universitätsassistent am Institut für Völkerrecht an der Universität Salzburg. Im Jahr 1971 wechselte er als Assistent an das Institut für Politikwissenschaft der Salzburger Universität. Zuletzt war Frischenschlager auch Universitätsoberassistent.

Schon zur Zeit seines Studiums an der Universität Wien entfaltete Friedhelm Frischenschlager eine rege hochschulpolitische Tätigkeit und startete damit auch seine politische Laufbahn in der FPÖ. Im Jahr 1964 wurde er Generalsekretär des Ringes Freiheitlicher Studenten (RFS) und war damit auch für sämtliche RFS-Agenden zuständig. Als Spitzenrepräsentant des Ringes Freiheitlicher Studenten stieg er im Jahr 1969 auch zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralausschusses der Österreichischen Hochschülerschaft auf.

1971 war der Jungpolitiker Frischenschlager federführend an der Gründung des „Atterseekreises“, einer politisch-wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft der FPÖ, beteiligt. Der „Atterseekreises“ verstand sich als liberales Gegengewicht zum deutschnational ausgerichteten Lager innerhalb der Partei. In dieser machte Friedhelm Frischenschlager ebenfalls Karriere. Bereits seit 1972 gehörte er der Bundesparteileitung an. Im selben Jahr zog Frischenschlager für die FPÖ in den Salzburger Gemeinderat ein und wurde Stadtsenatsmitglied der Stadt Salzburg. Diese Position übte er bis 1977 aus. Auch als Minister in den 1980er Jahren blieb Friedhelm Frischenschlager seinem Heimatbundesland politisch verbunden. Von November 1985 bis November 1987 war er Obmann der Salzburger FPÖ.

Im Juni 1977 wurde der damals 33-jährige Friedhelm Frischenschlager freiheitlicher Abgeordneter im Nationalrat und spielte bald eine zentrale Rolle im Parlamentsklub der FPÖ. Die Freiheitlichen waren zu jenem Zeitpunkt bereits seit fast 20 Jahren von Friedrich Peter geleitet worden. Als dieser jedoch im Jahr 1978 nicht mehr für den Parteivorsitz kandidierte, kam es zu einem inhaltlichen Ringen um die zukünftige Ausrichtung der Partei. Der Flügel um Alexander Götz – der von 1978 bis 1979 Parteivorsitzender war – vertrat ein eher deutschnational-konservatives Konzept, während sich der Flügel um Norbert Steger verstärkt an liberalen Standpunkten orientierte. Die letztere Gruppe – zu der auch Frischenschlager gehörte – setzte sich zu Beginn der 1980er Jahre mit Norbert Steger als FPÖ-Obmann vorerst durch und ging 1983 mit der SPÖ eine Kleine Koalition ein. Diese sollte bis 1987 Bestand haben. Nach der Nationalratswahl 1983, bei der die SPÖ die absolute Mehrheit verlor, handelte der früherer Langzeitobmann Friedrich Peter – zu dieser Zeit freiheitlicher Klubchef – mit Bruno Kreisky von der SPÖ die Modalitäten einer Kleinen Koalition aus. An der Spitze dieser Regierung standen Fred Sinowatz als Bundeskanzler sowie Norbert Steger als Vizekanzler und Handelsminister. Friedhelm Frischenschlager wurde als Verteidigungsminister in die Regierung berufen, während Harald Ofner das Justizressort übernahm. Die FPÖ stellte außerdem drei Staatssekretäre. Frischenschlager war von 1984 bis 1988 auch stellvertretender Bundesparteiobmann der FPÖ.

In seiner Zeit als Verteidigungsminister hatte Friedhelm Frischenschlager mit heftigem politischen Gegenwind zu kämpfen. Auf besondere Kritik, vor allem aus der Steiermark, stieß die Entscheidung zur Anschaffung von Abfangjägern. Der Draken-Ankauf wurde von Frischenschlager jedoch seit seinem Amtsantritt als Minister vehement betrieben. Als Grund nannte Frischenschlager die Vernachlässigung der Luftraumüberwachung unter seinen Vorgängern. Er verteidigte außerdem die Typenentscheidung und betonte seinerzeit, dass damit für die nächsten zehn bis 15 Jahre eine sachliche Lösung des Problems gefunden worden sei. Als positive Bilanz seiner Amtszeit bezeichnete Frischenschlager damals neben der Anschaffung der Abfangjäger samt Fertigstellung des Luftraumüberwachungssystems „Goldhaube“ unter anderem die breite Diskussion über die Landesverteidigung in der Öffentlichkeit und die Einführung des Zeitsoldaten beim Bundesheer.

Im Mai 1986 wurde Friedhelm Frischenschlager als Verteidigungsminister durch den früheren FPÖ-Generalsekretär Helmut Krünes abgelöst. Frischenschlager kehrte anschließend in den Nationalrat zurück und wurde der Nachfolger von Friedrich Peter als Obmann des Klubs der Freiheitlichen Partei Österreichs im Parlament. Damit führte der gebürtige Salzburger während der letzten Monate der Kleinen Koalition den freiheitlichen Klub im National- und Bundesrat.

Die Wahl von Jörg Haider zum FPÖ-Bundesparteiobmann im September 1986 in Innsbruck – Haider siegte in einer Kampfabstimmung gegen Norbert Steger – bedeutete allerdings das vorzeitige Ende der SPÖ-FPÖ-Koalition. Jörg Haider übernahm nach der Nationalratswahl 1986 auch die Klubführung und Friedhelm Frischenschlager wurde ihm als geschäftsführender Klubobmann beziehungsweise parlamentarischer Geschäftsführer der FPÖ zur Seite gestellt. Diese Position hatte er bis 1990 inne und war gleichzeitig auch freiheitlicher Verteidigungssprecher im Nationalrat.

Allerdings vertrat Frischenschlager in der Europapolitik teilweise andere Standpunkte als die Partei und schloss sich der Gruppe um die frühere FPÖ-Generalsekretärin Heide Schmidt an. Diese parlamentarische Gruppe hob im Februar 1993 das Liberale Forum aus der Taufe. Im Zuge dieses Schritts traten am 4. Februar 1993 Heide Schmidt sowie die Abgeordneten Friedhelm Frischenschlager, Hans Helmut Moser, Klara Motter und Thomas Barmüller aus der FPÖ aus. Das Liberale Forum gründete einen eigenen Parlamentsklub und Friedhelm Frischenschlager wurde der erste Klubobmann der neuen Fraktion. 1996 wechselte er als Abgeordneter für die Liberalen in das Europäische Parlament. Friedhelm Frischenschlager ist unter anderem Träger des Großen goldenen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um die Republik Österreich.

Wesentliche politische Funktionen

1972–1977Mitglied des Gemeinderats der Stadt Salzburg
1977–1983Abgeordneter zum Nationalrat
1983–1986Bundesminister für Landesverteidigung
1984–1988Bundesparteiobmann-Stellvertreter der FPÖ
1985–1987Landesparteiobmann der FPÖ Salzburg
1986–1986

Obmann des Klubs der Freiheitlichen Partei Österreichs

1986–1996Abgeordneter zum Nationalrat (FPÖ und Liberales Forum)
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