Skip to main content
DE / EN
DE / EN
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z

Burghard Breitner (*1884, † 1956)

Bundespräsidentschaftskandidat (1951)

Burghard Breitner war ein renommierter Arzt und Autor, auch bekannt als der „Engel von Sibirien“. Im Jahr 1951 war er Kandidat für die Bundespräsidentenwahl des Verbandes der Unabhängigen (VdU) und konnte 15,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

https://www.fbi-politikschule.at/blauesoesterreich/wahlen/bundespraesidentenwahlen/1951/

Kurzbiografie

Burghard Breitner wurde 10. Juni 1884 in Mattsee geboren und verstarb am 28. März 1956 in Innsbruck. Er war der Sohn des Schriftstellers und Archäologen Anton Breitner. Nach dem Besuch der Volksschule in Mattsee und des Akademischen Gymnasiums in Salzburg studierte er ab 1901 in Graz Medizin. Während seiner Studienzeit wurde er Mitglied des akademischen Corps Vandalia Graz. Parallel zu seinem Studium werkte er als Dramaturg am Schauspielhaus in Graz, was dazu führte, dass er zwischen den Berufen Arzt und Schriftsteller schwankte.

Nachdem er 1905 seinen Militärdienst absolvierte, konzentrierte er sich jedoch zur Gänze auf sein Medizinstudium, welches er neben Graz in Kiel und Wien absolvierte, und als „sub auspiciis imperatoris“ abschloss. In weiterer Folge wurde Breitner zum Chirurgen ausgebildet. Nachdem er zunächst am Balkankrieg teilnahm, eignete er sich auch kriegschirurgische Fähigkeiten an. Im 1. Weltkrieg kam er bereits nach der Schlacht von Galizien nach Russland in Kriegsgefangenschaft, konkret wurde er in einem Lager unweit von Wladiwostok interniert. Dort fungierte er sechs Jahre lang als Lagerarzt, bei seiner Rückkehr nach Österreich im Jahr 1920 wurde er als „Engel von Sibirien“ gefeiert.

Breitner habilitierte und wurde schließlich Vorstand der Chirurgischen Universitätsklinik in Innsbruck, dort gilt er als Begründer der Neurochirurgie. Später, im Jahr 1952 sollte er auch noch Rektor der Universität Innsbruck werden.

Politisch wurde Breitner dem Nationalliberalen Lager zugerechnet, weswegen er auch 1951 vom Verband der Unabhängigen zum parteifreien Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten gekürt wurde. Breitner konnte bei der Wahl am 6. Mai 1951 15,41 Prozent und rund 660.000 Wählerstimmen erreichen. Erst dreißig Jahre später sollte ein Kandidat des Dritten Lagers ein stärkeres Ergebnis bei einer Bundespräsidentenwahl erzielen.

In seinem Geburtsort in Mattsee ist ihm ein kleines Museum gewidmet.

Weblinks zur Person

Literatur von und über Burghard Breitner:

https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=118673750

© 2022 Freiheitliches Bildungsinstitut. Alle Rechte vorbehalten.