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Dr. Mario Ferrari-Brunnenfeld (1932–2001)

Landesparteiobmann der FPÖ Kärnten von 1975 bis 1983

Landesrat in der Kärntner Landesregierung von 1975 bis 1983

Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz von 1983 bis 1987

 

Dr. Mario Ferrari-Brunnenfeld, im Zivilberuf Oberarzt, wirkte ab den frühen 1970er Jahren in der Kärntner Politik und setzte sich vor allem als FPÖ-Landesparteiobmann für einen liberalen beziehungsweise nationalliberalen Kurs innerhalb der Kärntner Freiheitlichen ein. In der Frage der zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten trat Ferrari-Brunnenfeld unter anderem entschieden für die Anwendung der Minderheitengesetze ein. Im Rahmen der Kleinen Koalition aus SPÖ und FPÖ in den Jahren 1983 bis 1987 war Ferrari-Brunnenfeld als freiheitlicher Staatssekretär im Gesundheitsministerium tätig.

Kurzbiografie

Mario Ferrari-Brunnenfeld wurde am 23. Mai 1932 in der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt als älterer von zwei Söhnen eines Arztes geboren. Seine Vorfahren stammten aus Südtirol. Der gebürtige Kärntner maturierte an einem Gymnasium in Klagenfurt und studierte anschließend Medizin in Graz. Dort war er gemeinsam mit dem späteren FPÖ-Obmann Alexander Götz und dem zukünftigen freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Jörg Kandutsch Mitbegründer des Ringes Freiheitlicher Studenten (RFS) in Graz. Seine erste ärztliche Tätigkeit übte er in Feldbach in der Steiermark aus. Ende der 1960er Jahre kehrte Mario Ferrari-Brunnenfeld nach Kärnten zurück und nahm am Landeskrankenhaus Klagenfurt eine Stelle als Facharzt für Unfallchirurgie an.

Die politische Karriere von Mario Ferrari-Brunnenfeld in der FPÖ begann im Jahr 1970 mit der Wahl zum Organisationsreferenten in den Vorstand der freiheitlichen Ortsstelle Krumpendorf am Wörthersee, der er seit 1972 als Obmann vorstand. Bei den Kommunalwahlen von 1973 zog Mario Ferrari-Brunnenfeld in den Gemeinderat von Krumpendorf am Wörthersee ein. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Wahl in den Landesparteivorstand. Mario Ferrari-Brunnenfeld war schließlich der Spitzenkandidat der Kärntner Freiheitlichen für die Kärntner Landtagswahl 1975, wobei die FPÖ bei leichten Verlusten rund 11,8 Prozent erreichte. Das Wahlergebnis bedeutete vier Landtagsmandate für die FPÖ. Aufgrund der geänderten Verfassungsgesetzgebung stand der FPÖ außerdem ein Landesratssitz beziehungsweise der vierte Landesrat zu. Damit gelang es Ferrari-Brunnenfeld, die Partei nach höheren Verlusten bei der Landtagswahl 1970 wieder einigermaßen zu stabilisieren. Mario Ferrari-Brunnenfeld wurde daraufhin vom FPÖ-Landtagsklub als Landesrat benannt.

Im Jahr 1975 wechselte Mario Ferrari-Brunnenfeld als Landesrat in die Kärntner Landesregierung. Er übernahm dabei die Referate für Fremdenverkehr und Gewerbe. Ferrari-Brunnenfeld gelang es in dieser Zeit unter anderem, das Kärntner Fremdenverkehrsbudget aufzustocken und mit einer modernen Werbestrategie bei der Fremdenverkehrswerbung zu punkten. Eine Folge dieser Maßnahmen war etwa der Anstieg der Arbeitsplätze in der Kärntner Fremdenverkehrswirtschaft. Im Jahr 1975 wurde Mario Ferrari-Brunnenfeld auch zum Landesparteiobmann der FPÖ Kärnten gewählt. In dieser Funktion holte er im Jahr 1976 den Oberösterreicher Jörg Haider als Landesparteisekretär nach Kärnten. In diesem Zusammenhang wird Ferrari-Brunnenfeld beispielsweise auch als „Mentor Haiders“ bezeichnet. Jörg Haider wurde unter Ferrari-Brunnenfeld unter anderem Propagandareferent der Landesgruppe Kärnten. Trotz einer umfassenden Reorganisierung der Landespartei und ihrer Strukturen musste die FPÖ bei den Landtagswahlen 1979 leichte Verluste verkraften und erhielt rund 11,7 Prozent.

Im Jahr 1983 wechselte Mario Ferrari-Brunnenfeld – zu dieser Zeit noch immer FPÖ-Landesparteichef in Kärnten – in die Bundesregierung nach Wien und avancierte in der rot-blauen Koalition unter SPÖ-Bundeskanzler Fred Sinowatz sowie FPÖ-Vizekanzler Norbert Steger zum Staatssekretär für das Gesundheitswesen. Diese Funktion übte er bis 1987 aus. Den Sitz von Mario Ferrari-Brunnenfeld in der Kärntner Landesregierung übernahm der seit 1976 amtierende FPÖ-Landesparteisekretär Jörg Haider.

Mario Ferrari-Brunnenfeld übernahm nach seinem Abgang aus der Bundesregierung im Jahr 1987 keine Führungsposition mehr innerhalb der FPÖ. Im Juni 1987 wurde er allerdings von den Delegierten des Bezirkes Klagenfurt-Land erneut zum Bezirksparteiobmann gewählt. Nach einem Konflikt mit FPÖ-Bundesparteiobmann Jörg Haider trat Mario Ferrari-Brunnenfeld im Februar 1989 aus der FPÖ aus und zog sich aus der Politik zurück.

Ein kurzes Comeback auf der politischen Bühne gab Mario Ferrari-Brunnenfeld im Jahr 1992. Ferrari-Brunnenfeld trat als Mitbegründer und späterer Bundesobmann der „Freien Demokratischen Partei Österreichs“ (FDP) in Erscheinung. Laut Ferrari-Brunnenfeld sollte die FDP eine liberale Partei mit einer starken sozialen Komponente sein. Als Vorbild bezeichnete Ferrari-Brunnenfeld damals die deutsche FDP, wobei er gleichzeitig auch eine Annäherung an das Liberale Forum anstrebte. Im Jahr 1994 zog sich Mario Ferrari-Brunnenfeld – letztendlich desillusioniert vom gespannten Verhältnis zum Liberalen Forum – aus der FDP zurück. Mario Ferrari-Brunnenfeld verstarb am 28. Juli 2001 im 70. Lebensjahr in Klagenfurt.

Wesentliche politische Funktionen

1973–1975Mitglied des Gemeinderats von Krumpendorf am Wörthersee
1975–1983Landesrat in der Kärntner Landesregierung
1975–1983Landesparteiobmann der FPÖ Kärnten
1978–1984Bundesparteiobmann-Stellvertreter der FPÖ
1983–1987Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz
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