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Die Geschichte der Europäischen Union

Die Geschichte der EU als überstaatliche Organisation mit aktuell 28 Mitgliedstaaten beginnt wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Während der Osten des Kontinents durch den Eisernen Vorhang von jeder weiteren demokratischen Entwicklung abgeschnitten war, erkannten die Länder Westeuropas die wirtschaftliche Integration als Möglichkeit zur Friedenssicherung.

Am Beginn stand die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), die von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden gegründet wurde. Die Zusammenarbeit in Schlüsselindustrien sollte einen weiteren Krieg verhindern. Mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahr 1957 wurde die wirtschaftliche Zusammenarbeit vertieft. Sie sollte die Basis für einen gemeinsamen Markt schaffen, auf dem sich Waren und Personen unter gleichen Bedingungen wie auf einem nationalen Markt frei bewegen können.

Die erste große Erweiterungsrunde begann Anfang der 70er Jahre, wobei Österreich erst 1995 beitrat. Bereits zuvor war der EWG-Vertrag durch den Vertrag von Maastricht abgeändert worden, der 1993 wirksam wurde und die Umwandlung der EWG in die Europäische Union einleitete. Dieser Vertrag definierte erstmals neben der wirtschaftlichen Kooperation auch eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Damit begann nach dem Ende des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa die Umwandlung von einer rein wirtschaftlichen in eine politische Union. Diese Entwicklung fand 2009 mit dem Vertrag von Lissabon, der gemeinsame europäische Werte festschreibt, vorläufig ihren Abschluss.

Kritiker bemängeln jedoch, dass auf diesem langen Weg zur europäischen Einigung die Bürger und die Nationalstaaten auf der Strecke blieben. Neben den wachsenden Zentralisierungstendenzen in Brüssel stehen aber auch die künftigen Grenzen der EU wie etwa im Fall der Türkei massiv in der Kritik.

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